Der traditionelle Berufs des Gerbers befasst sich mit der Verarbeitung einer Tierhaut zu echtem Leder. Es sind viele Arbeitsschritte nötig, bevor aus einer Tierhaut fertiges Leder wird. Die vielzähligen Schritte der Herstellung kurz zusammengefasst:
- - Vorbereitung
- - Gerbung
- - Trocknung und Weichmachen
- - Zurichtung
Bevor es ans Gerben geht, muss die Tierhaut vorbereitet werden. Dafür werden die Häute von Fleischresten und Haaren befreit, sodass als Arbeitsgrundlage nur noch die Haut selbst bleibt. Für ein gleichmäßig dickes Leder wird die tierische Haut außerdem gespalten. Aus dem sogenannten unteren Spalt wird z. B. Veloursleder hergestellt, das sich durch seine fein aufgeraute, fast samtige Oberfläche auszeichnet.
Die rohe Haut wird mithilfe hochwirksamer chemischer Stoffe - den sogenannten Gerbstoffen - haltbar gemacht und sie erhält dadurch auch die typisch ledrige Konsistenz und Farbe. Das Färben geschieht nach der eigentlichen Gerbung. Anschließend kann sie noch beschichtet werden, um noch haltbarer und widerstandsfähiger zu werden - je nach Verwendungszweck für das Echtleder kann das sinnvoll sein, da Leder sehr teuer sein kann.
Nachdem sie gegerbt wurden, werden die nassen Leder getrocknet. Danach ist es recht steif und wird von speziellen Maschinen weich geknetet, damit es sich später gut verarbeiten lässt.
Bei der Lederherstellung wird in einem der letzten Schritte die Oberfläche behandelt, zum Beispiel um kleine Fehler im Material auszubessern oder es zu imprägnieren.
Ist chromgegerbtes Leder gefährlich?
In der Gerberei werden zum größten Teil zwei verschiedene Gerbstoffe verwendet: Chrom oder pflanzliche Gerbstoffe. Mit Chrom gegerbtes Leder ist doppelt so reißfest und leichter als Leder, das eine pflanzliche Gerbung (auch vegetabile Gerbung) durchlaufen hat. Die Gerbung mit Chrom benötigt außerdem weniger Material und ist damit kostengünstiger. Wegen dieser Vorteile kommt diese Methode am häufigsten bei der Lederherstellung zum Einsatz. Das Chrom, das zur Gerbung verwendet wird, ist jedoch gesundheitlich unbedenklich und vom fertigen Leder z. B. im Schuh geht keinerlei Gefahr aus.
Lederverarbeitung
Da echtes Leder meist dick und fest ist, benötigt man für die Verarbeitung eine geeignete Nähmaschine und kann nicht von Hand an die Verarbeitung herangehen. Je nach Schnittmuster sollte außerdem auf einen ausreichend großen Rohstoff geachtet werden. Da es sich bei Leder um ein Naturprodukt handelt, ist es nicht als Meterware erhältlich und deshalb fällt deutlich mehr Verschnitt an als bei anderen Materialien. Auch eine scharfe und stabile Schere ist fürs Zuschneiden von Lederwaren ein wichtiges Werkzeug.
Lederpflege
Auch sollte man beim fertigen Lederprodukt sehr viel Wert auf die korrekte und schonende Pflege legen, denn andernfalls kann echtes Leder als natürlicher Werkstoff schnell leiden. Kleidungsstücke dürfen prinzipiell gewaschen werden, wenn sie nur zu einem Teil aus Echtleder bestehen, sollten dann aber nur mit geeignetem Spezial-Waschmittel behandelt werden. Möbelstücke und Deko-Accessoires aus Leder sollten lieber nicht mit Wasser in Berührung kommen, lieber pflegt man sie mit wachshaltiger Pflege. Besonders anspruchsvoll ist Wildleder, denn es hat eine aufgeraute Struktur und ist nicht so glatt und verhältnismäßig einfach zu behandeln wie glattes Echtleder. Es sollte zum Schutz imprägniert werden, dann wird es wasser- und schmutzabweisend und behält seine Oberfläche, die es ausmacht.
Veganes Leder
Veganes Leder ist ein Kunstleder, das ohne tierische Inhaltsstoffe hergestellt wird. Es besteht meist auf Pflanzenfasern oder synthetischen Stoffen und ist daher kein Naturprodukt. Bei guter Qualität des Kunstleders ist der Unterschied zu echtem Leder auf den ersten Blick jedoch kaum zu erkennen, zumindest was die Optik betrifft. Auch bei der Lederverarbeitung z. B. beim Nähen unterscheidet sich echtes von künstlichem Leder kaum.
Pull-Up-Leder
Pull-Up-Leder wird auch als Fettleder bezeichnet, weil es eine spezielle Oberfläche besitzt. Durch den Gebrauch bildet sich schnell eine Patina (Gebrauchsspuren), die gewünscht sind. Doch Vorsicht: PU-Leder ist nicht die Abkürzung für Pull-Up-Leder! Bei PU-Leder handelt es sich um Kunstleder.
Naturbelassenes Leder
Naturbelassenes Leder wird auch Anilinleder genannt. Es handelt sich um ein Glattleder, das im Gegensatz zu pigmentiertem Leder offenporig ist. Trotz seiner glatten Oberfläche ist es daher empfindlich gegenüber Flecken. Nur sehr hochwertige und makellose Rohware wird zu naturbelassenem Leder verarbeitet.